Zwei Mitarbeiter in Schutzanzügen tragen eine Asbestzement-Wellplatte zum Anhänger im NATO-Tanklager bei Aschaffenburg
Referenzprojekt 2026

Eternitplatten Aschaffenburg – NATO-Tanklager

Abgeschlossen: 17. September 2026

Auf dem Gelände des NATO-Tanklagers bei Mainhausen im Raum Aschaffenburg lagen asbesthaltige Eternitplatten über die gesamte Liegenschaft verteilt: als Dachdeckung eines kleinen Nebengebäudes, als Stapel am Waldrand, halb im Bewuchs versunken, und als einzelne Bruchstücke entlang der Wirtschaftswege. Unser Auftrag der FBG mbH: diese Eternitplatten entsorgen – aufnehmen, staubdicht verpacken, abfahren und den Verbleib nachweisen.

Das Tanklager ist an das Central Europe Pipeline System der NATO angeschlossen und bevorratet Flug- und Bodenkraftstoffe, unter anderem für den Flughafen Frankfurt. Es ist militärischer Sicherheitsbereich und Explosionsschutzzone zugleich. Beides hat den Ablauf stärker bestimmt als das Material selbst.

Warum auf alten Militärliegenschaften noch Asbestzement liegt

Asbestzement war zwischen den fünfziger und den späten achtziger Jahren der Standardbaustoff für alles, was unbrennbar und wetterfest sein musste – Dachwellplatten, Fassadentafeln, Lüftungskanäle, Kabelschächte. Genau dieses Profil passte zu Kasernen, Bunkeranlagen und Tanklagern. Erst seit dem 31. Oktober 1993 ist Asbest in Deutschland verboten. Was davor verbaut wurde, steht bis heute, solange es niemanden gestört hat.

Auf militärisch genutzten Liegenschaften kommt ein zweiter Effekt dazu. Nebengebäude, Pumpenhäuschen und Geräteunterstände wurden über Jahrzehnte nicht abgerissen, sondern stillgelegt. Ausgebaute Platten landeten oft nicht im Container, sondern hinter dem nächsten Gebäude. Deshalb findet man dort selten eine klar begrenzte Fläche, sondern viele kleine Fundstellen – und deshalb ist die Bestandsaufnahme wichtiger als der Rückbau selbst.

Haupttor des Tanklagers Aschaffenburg der FBG mbH mit Hinweisschildern zum militärischen Sicherheitsbereich und zur Explosionsschutzzone

Die Ausgangslage im Tanklager bei Aschaffenburg

Wir sind das Gelände vor Arbeitsbeginn gemeinsam mit dem Betreiber abgegangen und haben jede Fundstelle einzeln aufgenommen. Die größte zusammenhängende Fläche war das Wellplattendach eines Nebengebäudes neben der Zufahrt. Der Rest verteilte sich auf mehrere Stapel am Waldrand, teils stark verwittert, moosbewachsen und in den Bewuchs eingesunken. Verwitterte Asbestzementplatten sind der kritische Fall: Die Zementmatrix ist ausgewaschen, die Fasern liegen frei und lösen sich schon beim Anheben.

Die Randbedingungen kamen aus dem Betrieb, nicht aus dem Material. Zutritt nur mit Anmeldung und Begleitung, Rauchverbot auf dem gesamten Gelände, kein offenes Feuer, keine funkenbildenden Geräte in Tanknähe, feste Fahrwege abseits der Rohrleitungstrassen. Der Betrieb lief währenddessen weiter. Wir haben deshalb ohne Trennschnitte gearbeitet und jede Eternitplatte von Hand gelöst.

Mitarbeiter im Schutzanzug nimmt die Asbestzement-Wellplatten einzeln vom Dach eines Nebengebäudes im Tanklager Aschaffenburg ab

Wie wir die Eternitplatten aufgenommen und verpackt haben

Gearbeitet haben wir nach TRGS 519 mit Einwegschutzanzug Typ 5/6 und Halbmaske mit P3-Filter. Vor dem Anfassen wurden die Eternitplatten und der Boden darunter mit einem Faserbindemittel benetzt, damit beim Bewegen nichts aufstaubt. Das Dach haben wir von der Traufe zum First abgetragen, Platte für Platte, ohne die Befestigungen zu zerschlagen.

Die Eternitplatten sind direkt am Entnahmeort in Big Bags mit Asbestkennzeichnung gegangen. Das ist der Punkt, an dem in der Praxis am meisten schiefgeht: Wer erst sammelt und dann verpackt, trägt die Fasern über das halbe Gelände. Ein Big Bag für Asbest ist dabei kein normaler Sack: reißfestes Gewebe, Inliner und aufgedruckte Kennzeichnung gehören dazu, sonst nimmt ihn die Deponie nicht an. Bruchstücke und Moosreste haben wir mit einem Entstauber der Staubklasse H aufgenommen, die Fundstellen anschließend feucht nachgereinigt. Die verschlossenen Big Bags wurden auf den Pritschenwagen umgeschlagen und als gefährlicher Abfall der Abfallschlüsselnummer 17 06 05* deklariert.

Nebengebäude im Tanklager nach dem Rückbau der Asbestzement-Wellplatten, die Feuerlöscheinrichtung im Inneren blieb zugänglich

Eternitplatten entsorgen auf einem Betriebsgelände: was anders läuft

Eternitplatten entsorgen heißt auf einem Wohngrundstück meist: ein Dach, ein Termin, ein Container. Im Tanklager bei Aschaffenburg war es das Gegenteil davon. Die Fundstellen lagen über mehrere hundert Meter verteilt, jede mit eigener Zufahrt, eigenem Untergrund und eigenem Verwitterungsgrad. Wir haben deshalb in Etappen gearbeitet: eine Fundstelle aufnehmen, verpacken, verladen, die Fläche freigeben – und erst dann zur nächsten. So bleibt zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar, welches Material aus welchem Bereich stammt.

Der zweite Unterschied ist die Abstimmung. Jeder Arbeitstag wurde vorab angemeldet, jedes Fahrzeug einzeln eingewiesen, jede Fahrt über das Gelände mit dem Betreiber abgesprochen. Wer Asbestplatten entsorgen lässt und dabei in einem sicherheitsrelevanten Bereich arbeitet, plant den Umschlagpunkt zuerst und den Rückbau danach – nicht umgekehrt.

Wer darf Eternitplatten entsorgen?

Nicht jeder. Für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an asbesthaltigen Materialien verlangt die TRGS 519 einen Sachkundenachweis und die behördliche Anzeige der Arbeiten. Für festgebundene Produkte wie Wellplatten gilt das in abgestufter Form, die Sachkunde bleibt aber Voraussetzung. Für Betreiber und Eigentümer heißt das praktisch: Sie beauftragen eine Firma, die Asbest entsorgen darf, und bekommen dafür eine Dokumentation, die einer Prüfung standhält.

Der zweite Teil davon wird oft unterschätzt. Asbestzementplatten entsorgen heißt, gefährlichen Abfall zu bewegen, und der ist von der Aufnahme bis zur Annahmestelle nachweispflichtig. Ohne Entsorgungsnachweis ist nicht belegbar, wo das Material geblieben ist – und der Eigentümer bleibt in der Verantwortung.

Entsorgungsweg und Nachweis

Die Big Bags sind ungeöffnet zur Höfling Umweltservice GmbH am Ostring 32 in 63533 Mainhausen gegangen, also in unmittelbarer Nähe zum Tanklager bei Aschaffenburg. Kurze Wege sind bei Asbest kein Nebenaspekt: Jeder Umschlag und jeder Kilometer ist eine zusätzliche Gelegenheit, dass eine Verpackung beschädigt wird. Die Annahme wurde dokumentiert, die Belege hat der Auftraggeber zusammen mit unserer Fotodokumentation der einzelnen Fundstellen erhalten.

Verwitterte Eternitplatten am Waldrand des Tanklagers werden aus dem Bewuchs aufgenommen und vor Ort staubdicht verpackt

Ergebnis

Das Gelände ist frei von sichtbaren Asbestzementprodukten, das Nebengebäude hat ein abgeräumtes Tragwerk und kann neu eingedeckt werden. Der Betrieb des Tanklagers lief während der gesamten Maßnahme ohne Unterbrechung weiter. Für die FBG mbH liegt eine vollständige Aufstellung vor, welche Menge von welcher Fundstelle stammt und wohin sie gegangen ist. Dieselbe Aufstellung ist die Grundlage, falls auf dem Gelände bei Mainhausen später weitere Gebäude zurückgebaut werden.

Wenn auf Ihrer Liegenschaft ähnliche Fundstellen liegen – in einem Gewerbeobjekt, auf einer ehemaligen Kaserne oder schlicht hinter dem Schuppen – sehen wir uns das an, bevor etwas bewegt wird. Wir sind die Firma, die im Raum Aschaffenburg Eternitplatten entsorgen und den Nachweis gleich mitliefern kann: aufnehmen, vor Ort verpacken, abfahren, dokumentieren. Mehr zu unserer Arbeit in der Region finden Sie auf der Seite zur Asbestsanierung in Aschaffenburg, ein vergleichbarer Fall mit Dachwellplatten ist unser Projekt Asbest-Dachplatten am Schleppdach in Lengenfeld.

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