Offenes Sparrenfeld in Bad Homburg mit alter Mineralwolle vor dem Ausbau, daneben die bereits verlegte neue Holzschalung.
Referenzprojekt 2026

Mineralwolle entsorgen Bad Homburg – KMF-Dämmung im Steildach

Abgeschlossen: 23. August 2026

In einem Einfamilienhaus in Bad Homburg vor der Höhe stand eine komplette Dachsanierung an. Zwischen den Sparren lag noch die alte Dämmung aus künstlichen Mineralfasern. Bevor die neue Zwischensparrendämmung eingebaut werden konnte, mussten wir die alte Mineralwolle entsorgen – vollständig, staubarm und mit dokumentiertem Nachweis.

Beauftragt wurden wir für einen klar abgegrenzten Abschnitt mitten im Bauablauf. Das Dach war bereits abgedeckt, das Gerüst stand, und die Dachdeckerfirma wartete darauf, weiterarbeiten zu können. Solche Aufträge haben ihre eigene Logik: Das Dach ist offen, der Zeitplan hängt am Wetter, und der Gefahrstoff muss raus, bevor etwas Neues hineinkommt.

Glaswolle, Steinwolle, Dämmwolle – warum das Alter entscheidet

Künstliche Mineralfasern waren jahrzehntelang der Standarddämmstoff im Steildach. Ob Sie Glaswolle entsorgen, Steinwolle entsorgen oder Schlackenwolle aus dem Sparrenfeld holen, macht dabei zunächst keinen Unterschied. Entscheidend ist nicht das Material, sondern das Herstellungsdatum. Für biopersistente Mineralwolle gilt in Deutschland seit dem 1. Juni 2000 ein Herstellungs- und Verwendungsverbot. Der Grund liegt im Aufbau der Faser: Sie löst sich in der Lunge nicht auf, sondern bleibt dort liegen.

Maßstab ist der Kanzerogenitätsindex. Liegt er bei 30 oder darunter, gilt die Faser als krebserzeugend, zwischen 30 und 40 als krebsverdächtig, erst über 40 als unbedenklich. Am eingebauten Material lässt sich dieser Wert nicht ablesen. Ohne RAL-Gütezeichen oder Herstellernachweis wird alte Dämmwolle deshalb grundsätzlich als krebserzeugend behandelt. Wer sie ausbaut, arbeitet mit einem Gefahrstoff – auch wenn sie im Sparrenfeld nur nach staubiger Wolle aussieht.

Die Ausgangslage: offenes Steildach in Bad Homburg

Als wir auf die Baustelle kamen, waren die alten Dachziegel bereits herunter und die Sparrenfelder lagen offen. Die alte Dämmwolle steckte zwischen den Sparren, teils verrutscht, teils lose auf der Innenschalung. Über Teilen der Fläche war die neue Holzschalung schon verlegt. Gearbeitet wurde also im laufenden Dachaufbau, nicht in einem leergeräumten Rohbau.

Das war die Besonderheit dieses Auftrags: ein enges Zeitfenster zwischen zwei Arbeitsschritten eines anderen Gewerks, bei offenem Dach. Trotzdem mussten die Sparrenfelder wirklich sauber übergeben werden, damit die neue Zwischensparrendämmung ohne Faserreste im Untergrund dicht anliegt.

Warum die Dachdeckerfirma die Dämmung nicht selbst ausbaut

Für Tätigkeiten mit alter Mineralwolle gilt die TRGS 521. Sie wurde im Mai 2026 neu gefasst und verlangt seither ausdrücklich Fachkunde bei den verantwortlichen Personen, dazu eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung und festgelegte Schutzmaßnahmen. Ein Dachdeckerbetrieb ist auf Eindeckung und Dämmung spezialisiert – Fachkunde und Ausrüstung für eine KMF-Sanierung gehören in der Regel nicht dazu.

Deshalb wird dieser eine Arbeitsschritt herausgelöst und an einen Fachbetrieb vergeben – in diesem Fall an uns, mit Sitz in Bad Homburg und entsprechend kurzen Wegen zur Baustelle. Am Bauablauf ändert das wenig, an der Rechtssicherheit viel: Die Entsorgung ist nachweispflichtig, und diese Verantwortung lässt sich nicht nebenbei mitübernehmen.

Ablauf: Mineralwolle entsorgen nach TRGS 521

Schutzmaßnahmen

Wir haben den Arbeitsbereich abgegrenzt und in Einwegschutzanzügen mit Kapuze und partikelfiltrierendem Atemschutz gearbeitet. Alte Mineralwolle setzt beim Herausziehen Fasern frei. Das lässt sich nicht verhindern, nur begrenzen – deshalb wird die Wolle weder gerissen noch geworfen.

Ausbau und Verpackung

Die Dämmwolle haben wir Bahn für Bahn aus den Sparrenfeldern gezogen und direkt auf dem Dach in reißfeste, staubdichte Säcke gefüllt. Verschlossen wurden die Säcke noch auf der Dachfläche, bevor sie über das Gerüst nach unten gingen. Offene Wolle wandert so weder durchs Haus noch über den Hof.

Absaugen mit H-Sauger

Nach dem Ausbau bleiben Faserreste und Staub auf Sparrenflanken, Innenschalung und Auflagern liegen. Wir haben die gesamte Fläche mit einem Industriesauger der Staubklasse H abgesaugt. Ein Sauger niedrigerer Staubklasse bläst einen Teil der feinen Fasern wieder in die Luft – bei Mineralfasern ist die H-Klasse deshalb zwingend, nicht optional.

Abfallschlüssel und Deponie

Alter KMF-Abfall ist gefährlicher Abfall und läuft unter dem Abfallschlüssel 17 06 03*. Er gehört weder in den Bauschutt noch in den Restmüll, sondern verpackt auf eine Deponie ab Deponieklasse I. Der Abtransport lief in einem Absetzcontainer über einen zugelassenen Entsorgungsfachbetrieb.

Big-Bags mit ausgebauter Mineralwolle (KMF-Dämmwolle) verschlossen in einem Container vor dem Abtransport

Kann man Glaswolle selbst entsorgen?

Im privaten Rahmen und in kleiner Menge ist das nicht grundsätzlich verboten, aber es ist heikler, als es aussieht. Die Fasern reizen Haut, Augen und Atemwege, setzen sich in der Kleidung fest und verteilen sich im ganzen Haus, sobald die Wolle offen transportiert wird. Bei einem kompletten Dach wie dem in Bad Homburg kommen schnell mehrere Kubikmeter zusammen. Dafür braucht es staubdichte Verpackung, einen Container und einen Entsorgungsweg, den ein Wertstoffhof in dieser Menge nicht abdeckt. Wer die Mineralwolle entsorgen lässt, bekommt diesen Nachweis mitgeliefert – und sobald ein Betrieb im Auftrag tätig wird, greift ohnehin die TRGS 521 mit ihren Fachkunde- und Dokumentationspflichten.

Ergebnis

Nach dem Absaugen waren die Sparrenfelder frei von alter Dämmwolle und Faserresten. Wir haben die Fläche an die Dachdeckerfirma übergeben, die anschließend die neue Zwischensparrendämmung eingebaut und das Dach mit neuen Ziegeln eingedeckt hat. Der Bauablauf lief ohne Verzug weiter, und die Entsorgung der Mineralwolle ist dokumentiert.

Sie planen eine Dachsanierung und wissen nicht, ob die vorhandene Dämmung alte Mineralwolle ist? Wir sehen uns das vor Ort an und sagen Ihnen, was zu tun ist – als Fachbetrieb mit Sitz in Bad Homburg sind die Wege kurz. Wenn Sie Glaswolle, Steinwolle oder KMF-Dämmwolle entsorgen lassen müssen, bekommen Sie von uns Ablauf, Schutzmaßnahmen und Entsorgungsweg vorab schriftlich. Einen Überblick über unsere Arbeit in der Region gibt die Seite Asbestsanierung in Bad Homburg. Wie ein vergleichbarer Rückbau direkt am Dach abläuft, zeigt unsere Referenz zu den Asbest-Dachplatten in Lengenfeld.

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