Eingerüstetes Mehrfamilienhaus in Kaufungen während der Demontage der Asbest-Fassadenplatten
Referenzprojekt 2026

Asbest-Fassadenplatten Kaufungen – Mehrfamilienhaus

Abgeschlossen: 20. September 2026

An einem Mehrfamilienhaus in Kaufungen im Landkreis Kassel saß die komplette Außenhaut aus Faserzementplatten – rund 200 Quadratmeter, verlegt in Reihen über drei Geschosse, an der Straßenseite wie am Hof. Unsere Aufgabe: Asbest-Fassadenplatten entfernen, ohne dass Fasern in die Wohnungen, in den Innenhof oder auf die Nachbargrundstücke gelangen. Anschließend sollte die Fassade in Kaufungen neu aufgebaut werden können.

Der Bau ist alt, die Verkleidung war es nicht: Solche Platten kamen in den siebziger und achtziger Jahren als schnelle Wetterhaut auf Bestandsgebäude, oft direkt über die vorhandene Fassade geschraubt. Genau das war hier der Fall – und genau deshalb ließ sich von außen nicht erkennen, was darunter steckte.

Warum eine Asbestfassade aus dieser Zeit fast immer belastet ist

Faserzement war jahrzehntelang das Standardmaterial für Fassadenverkleidungen: leicht, witterungsfest, in großen Formaten lieferbar. Bis zum deutschen Asbestverbot am 31. Oktober 1993 enthielt dieser Faserzement fast ausnahmslos Asbest, meist Chrysotil, mit einem Massenanteil zwischen zehn und fünfzehn Prozent. Wurde eine Fassadenverkleidung vor diesem Stichtag angebracht, ist der Verdacht nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall.

Ansehen kann man es den Platten nicht. Asbesthaltige und asbestfreie Faserzementplatten unterscheiden sich weder in der Farbe noch in der Oberfläche zuverlässig; Prägungen auf der Rückseite sind oft nicht lesbar, sobald die Platte verbaut ist. Sicherheit gibt nur die Laboranalyse einer Materialprobe. Solange die nicht vorliegt, wird wie bei belastetem Material gearbeitet – alles andere wäre ein Ratespiel zulasten der Bewohner.

Gefährlich wird eine Asbestfassade nicht dadurch, dass sie an der Wand hängt, sondern dadurch, dass jemand sie bearbeitet. Bohren, Flexen, Brechen oder das Abkärchern verwitterter Oberflächen setzt Fasern frei. Deshalb regelt die TRGS 519, wer solche Arbeiten ausführen darf und mit welchen Verfahren – und deshalb ist der erste Fehler bei einer Asbestfassade meistens der, sie selbst anzufassen.

Rueckbau der Asbest-Fassadenplatten an der Hofseite des Mehrfamilienhauses in Kaufungen

Die Ausgangslage in Kaufungen

Das Gebäude steht im Ortskern mit der Traufseite direkt an einer Durchgangsstraße, links und rechts schließen Nachbarhäuser ohne Abstand an. Auf der Rückseite liegt ein schmaler Hof mit Garagen, Mülltonnenplatz und Fahrradstellplätzen – Flächen, die die Bewohner täglich nutzen. Das Haus blieb während der Arbeiten bewohnt.

Diese Randbedingungen bestimmen den ganzen Ablauf. Wir konnten nichts großflächig zwischenlagern, nicht über die Straße abwerfen und die Hofzufahrt nicht dauerhaft blockieren. Das Gerüst wurde deshalb auf beiden Seiten geschlossen gestellt und mit Netz bespannt, bevor die erste Platte angefasst wurde. Die Anlieferung lief über ein Kranfahrzeug, das die Gerüstbauteile über die enge Hofeinfahrt einhob, statt sie durch den Hof zu tragen.

Die rund 200 Quadratmeter teilten sich auf Straßen- und Hoffassade auf, unterbrochen von Fenstern, Anschlüssen und einem Zwerchgiebel. Verwinkelte Flächen bedeuten mehr Randschnitte, mehr Schrauben und mehr Platten, die beim Lösen brechen – und Bruch ist bei Asbest immer der kritische Moment.

Unter der Asbest-Fassadenverkleidung freigelegtes Fachwerk mit Ziegelausfachung in Kaufungen

Asbest-Fassadenplatten entfernen – so sind wir in Kaufungen vorgegangen

Gearbeitet wurde ausschließlich von außen, vom Gerüst aus, Bahn für Bahn von oben nach unten. Die Reihenfolge ist kein Detail: Wer unten anfängt, arbeitet unter Platten, die sich bereits gelöst haben könnten.

Vor dem Lösen wurden die Flächen benetzt. Feuchtes Material staubt nicht, und die Feuchte hält Fasern auch dann gebunden, wenn eine Platte unter der Schraube reißt. Die Befestigungen haben wir einzeln gezogen statt durchtrennt – jedes Flexen oder Abschlagen hätte genau den Staub erzeugt, den das ganze Verfahren vermeiden soll.

Jede abgenommene Platte ging direkt in den staubdichten Big Bag, der am Gerüst stand. Kein Stapel auf dem Gerüstbelag, kein Zwischenlager im Hof. Was beim Abnehmen zerbrach, wurde sofort aufgenommen; die Gerüstlagen und der Bodenbereich darunter wurden nach jedem Abschnitt feucht nachgereinigt, nicht gekehrt. Zum Schluss haben wir Hoffläche und Gehweg noch einmal komplett nass abgezogen, bevor das Gerüst zurückgebaut wurde.

Die Beschäftigten arbeiteten mit Einwegschutzanzug und Atemschutz; abgelegte Schutzkleidung wurde wie das Plattenmaterial verpackt. Die Arbeiten liefen nach TRGS 519 und wurden vor Beginn angezeigt.

Kranfahrzeug hebt Gerüstbauteile über die enge Hofzufahrt in Kaufungen ein

Was unter der Verkleidung zum Vorschein kam

Hinter der Faserzementhaut saß auf der Hofseite historisches Fachwerk mit Ziegelausfachung – jahrzehntelang zugebaut und dadurch von außen unsichtbar. Das ist bei Gebäuden in Kaufungen und im übrigen Landkreis kein Einzelfall: Die Verkleidung war in den Siebzigern der schnellere Weg, eine reparaturbedürftige Fassade dichtzubekommen.

Für den Bauherrn ist das eine relevante Information, und zwar früh. Ob das Fachwerk saniert und gezeigt oder wieder gedämmt und verkleidet wird, entscheidet über den weiteren Aufbau. Wir haben die freigelegten Flächen deshalb dokumentiert und die Fassade so übergeben, dass beide Wege offen blieben: Holz und Ausfachung sauber, Untergrund frei von Plattenresten und Befestigungsmitteln.

Asbestplatten entsorgen – verpackt, angemeldet, belegt

Asbesthaltiger Faserzement ist gefährlicher Abfall und darf nur verpackt transportiert werden. Wir haben die Platten deshalb noch in Kaufungen in gekennzeichneten Big Bags verschlossen, diese in einen Absetzcontainer gesetzt und abfahren lassen. Beschriftet wird der Sack, nicht der Container – so bleibt die Kennzeichnung auch nach dem Umschlag am Material.

Abgefahren und entsorgt wurde über die Fischer Containerdienst Transporte Baustoffgroßhandel e.K., Eichwaldstraße 27 in 34123 Kassel. Die Übernahme ist belegt; der Nachweis gehört zum Auftrag und liegt dem Bauherrn vor.

Verschlossene Big Bags mit Asbestplatten im Absetzcontainer zur Entsorgung in Kassel

Muss man bei einer Asbestfassade ausziehen?

Wer Asbest-Fassadenplatten entfernen lässt, fragt das fast immer zuerst. Bei einer reinen Außenmaßnahme lautet die Antwort in aller Regel nein. Der Rückbau findet vor der Fassade statt, der Arbeitsbereich liegt auf dem Gerüst, und die Wohnungen bleiben geschlossener Raum. In Kaufungen hat niemand das Haus verlassen müssen.

Was wir von den Bewohnern gebraucht haben, war überschaubar: Fenster und Türen auf der jeweils bearbeiteten Seite während der Arbeitszeit geschlossen halten, Blumenkästen und Möbel von den Fensterbänken räumen, Fahrräder und Tonnen im Hof für die Dauer der Abschnitte umstellen. Anders liegt der Fall bei Innenarbeiten – dort kommen Abschottung, Unterdruckhaltung und Personenschleuse dazu.

Ergebnis

Rund 200 Quadratmeter Asbest-Fassadenplatten sind in Kaufungen abgenommen, verpackt und nachweislich entsorgt. Das Gerüst ist zurückgebaut, Hof und Gehweg sind gereinigt, die Fassade ist frei und tragfähig für den Neuaufbau. Die anschließende Sanierung der Außenfassade konnte ohne Zwischenschritt beginnen.

Sie haben an Ihrem Gebäude eine ähnliche Verkleidung und wollen die Asbest-Fassadenplatten entfernen lassen? Wir sehen uns die Fläche an, klären die Probenahme und planen den Rückbau so, dass Ihr Haus bewohnbar bleibt. Mehr zu unserer Arbeit in der Region finden Sie auf der Seite zur Asbestsanierung in Kassel, zur Abfuhr und zum Nachweis auf der Seite Asbest entsorgen in Kassel. Wie derselbe Rückbau an einem Industriebau abläuft, zeigt unsere Referenz Asbest-Fassadenplatten an einer Bergehalle.

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