Asbesthaltigen Fliesenkleber entfernen – Küchenboden in Wiesbaden
Eckdaten: ca. 10 m² Küchenbodenfliesen mit asbesthaltigem Fliesenkleber, bewohntes Wohnhaus in Wiesbaden, zusätzlich künstliche Mineralfasern (KMF) im Fußbodenaufbau, Ausführung Anfang Juni 2026 in vier Arbeitstagen, Rückbau nach TRGS 519 mit Unterdruckhaltung, Entsorgung mit Nachweis.
In einem bewohnten Wohnhaus in Wiesbaden sollte die Küche neu aufgebaut werden. Beim Blick unter die alten Bodenfliesen zeigte sich genau das, was in Gebäuden aus den 1970er- und 1980er-Jahren häufig vorkommt: ein asbesthaltiger Fliesenkleber im Kleberbett und zusätzlich künstliche Mineralfasern im Fußbodenaufbau. Auf rund 10 m² haben wir die Fliesen samt Kleber unter Schwarzbereichsbedingungen zurückgebaut – ohne dass die Bewohner ausziehen mussten.
Warum unter alten Bodenfliesen so oft Asbest steckt
Fliesenkleber ist eines der unauffälligsten asbesthaltigen Bauprodukte überhaupt. Anders als Wellplatten oder Fassadenplatten sieht man ihm nichts an: Er sitzt unter der Fliese, ist nur wenige Millimeter dick und fällt erst auf, wenn der Boden geöffnet wird. Genau deshalb ist er bei Küchen- und Badsanierungen so oft ein Thema – die meisten Bauherren erfahren erst davon, wenn die erste Fliese gefallen ist.
Wann wurde Asbest in Fliesenkleber verwendet?
Asbestfasern wurden dem Fliesenkleber vor allem zwischen den 1960er- und den frühen 1990er-Jahren beigemischt, weil sie das Material geschmeidiger machten und die Standfestigkeit erhöhten. Besonders verbreitet waren die sogenannten Flexkleber der 1970er- und 1980er-Jahre. In Deutschland gilt seit 1993 ein Asbestverbot – verbaut wurde bis dahin allerdings in großen Mengen. Als Faustregel gilt: Wurde vor 1995 gefliest, gehört der Kleber vor dem Rückbau untersucht.
Woran erkennt man asbesthaltigen Fliesenkleber?
Sicher erkennen lässt sich Asbest nur im Labor. Es gibt aber Hinweise, die aufhorchen lassen: ein grauer bis anthrazitfarbener, sehr harter Kleber, der sich nur schwer abschlagen lässt, meist in dünner Schicht auf einem Zementestrich. Auch die gräuliche Färbung im Vergleich zu modernen weißen Dünnbettmörteln ist typisch. Wer unsicher ist, lässt eine kleine, zuvor befeuchtete Materialprobe analysieren. Auf keinen Fall sollte trocken geschliffen, gefräst oder gebohrt werden – genau dabei werden die Fasern freigesetzt.
Asbestsanierung im bewohnten Wohnhaus: Abschottung statt Auszug
Die Küche liegt in diesem Objekt mitten im Wohnbereich. Für die Bewohner war entscheidend, dass die angrenzenden Wohnräume während der Arbeiten nutzbar und vor allem faserfrei bleiben. Mit einer sauber geplanten Abschottung lässt sich das zuverlässig lösen – ein Auszug war nicht nötig.
Schwarzbereich, Schleuse und Unterdruckhaltung
Der Arbeitsbereich wurde vollständig abgeschottet und alle Öffnungen – Türen, Durchbrüche, Lüftungsauslässe und Steckdosen – luftdicht abgeklebt. Der Zugang erfolgte ausschließlich über eine Personenschleuse. Im Raum hielten wir über eine Unterdruckhaltung mit permanenter Absaugung der Raumluft ein Druckgefälle zur übrigen Wohnung aufrecht: Luft strömt so immer nur in den Schwarzbereich hinein, nie heraus. Die abgesaugte Luft läuft über Schwebstofffilter, bevor sie das Gebäude verlässt.
Nassreinigung und Sichtkontrolle vor der Freigabe
Nach dem Ausbau folgte eine gründliche Nassreinigung sämtlicher Flächen im Arbeitsbereich, während die Absaugung weiterlief. Erst nach der Sichtkontrolle und dem Rückbau der Abschottung wurde der Raum wieder freigegeben. Die Bewohner konnten die Küche danach ohne Einschränkung an den nachfolgenden Handwerker übergeben.
Künstliche Mineralfasern im Fußbodenaufbau (TRGS 521)
Beim Öffnen des Bodens kam neben dem Kleberbett eine gelbe Mineralwolle zum Vorschein, die als Trittschall- und Randdämmung eingebaut war. Alte künstliche Mineralfasern aus der Zeit vor 1996 gelten als krebsverdächtig und werden nach TRGS 521 behandelt. Wir haben die Dämmung deshalb im selben Arbeitsgang staubarm entnommen, staubdicht verpackt und getrennt vom Asbestabfall entsorgt. Für den Bauherrn hat das einen praktischen Vorteil: Der Fußboden ist in einem Zug sauber, der Aufbau muss kein zweites Mal geöffnet werden.
Der Ablauf beim Ausbau der Küchenbodenfliesen
Nach der Aufnahme vor Ort und der behördlichen Anzeige der Arbeiten haben wir die Küche freigeräumt und den Arbeitsbereich eingerichtet: Abschottung, Personenschleuse, Unterdruckanlage und Abdeckung aller verbleibenden Bauteile.
Der eigentliche Rückbau erfolgte durchgehend im Nassverfahren. Die Bodenfliesen wurden emissionsarm aufgenommen, das Kleberbett anschließend schichtweise bis auf den tragfähigen Untergrund abgetragen – ständig befeuchtet und direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt. Trockene Schleif- oder Fräsverfahren kamen nicht zum Einsatz.
Der gesamte Ablauf – von der Einrichtung über den Rückbau der rund 10 m² bis zur Feinreinigung und Freigabe – nahm vier Arbeitstage in Anspruch. Danach war der Untergrund so weit vorbereitet, dass unmittelbar mit dem neuen Fußbodenaufbau begonnen werden konnte.
Entsorgung des asbesthaltigen Fliesenklebers
Fliesen, Kleberreste und Reinigungsabfall wurden noch im Schwarzbereich in zugelassene, gekennzeichnete Behälter verpackt und über die Schleuse ausgeschleust. Die Entsorgung erfolgte auf einer zugelassenen Deponie, der Auftraggeber erhält den Entsorgungsnachweis für seine Unterlagen. Das ist nicht nur Vorschrift, sondern auch bei einem späteren Verkauf oder einer Vermietung ein sauberer Beleg dafür, dass das Material fachgerecht aus dem Gebäude entfernt wurde.
Asbest-Fliesenkleber entfernen lassen – Wiesbaden und Rhein-Main
Bau2day ist als nach TRGS 519 zugelassener Fachbetrieb in Wiesbaden und im gesamten Rhein-Main-Gebiet im Einsatz – von der einzelnen Küche bis zur kompletten Entkernung. Wenn bei Ihnen unter alten Bodenfliesen Asbest vermutet wird, melden Sie sich gern: Wir sehen uns die Situation an, klären den Untersuchungsbedarf und sagen Ihnen offen, welcher Aufwand realistisch ist.