Asbesthaltige Dachabdichtung entfernen: Gasreglerstation im Raum Regensburg
Eckdaten: Auftraggeber aus Regensburg · Gasreglerstation Dürnsricht in der Oberpfalz · Aufgabe: asbesthaltige Dachabdichtung entfernen, ca. 60 m² Bitumenbahnen · Randbereiche mit Gewebeband · asbestverdächtige Dichtschnüre und Flanschdichtungen an Rohrleitungen · Rückbau nach TRGS 519 · Behördenanzeige, Absturzsicherung, Nassverfahren, H-Klasse-Entstauber · Transport und Entsorgung mit Nachweis · Juni 2026
Im Juni 2026 haben wir an einer Gasreglerstation in Dürnsricht in der Oberpfalz die asbesthaltige Dachabdichtung entfernt: rund 60 m² Bitumenbahnen auf einem Flachdach, dazu die Randbereiche aus Gewebeband. Beauftragt hat uns ein Bauunternehmen aus Regensburg, die Ferdinand Tausendpfund GmbH.
Im selben Zug kamen asbestverdächtige Dichtschnüre und Flanschdichtungen an den Rohrleitungen der Station heraus. Dieser Bericht beschreibt den Ablauf so, wie er stattgefunden hat: von der Anzeige bei der zuständigen Behörde bis zum Entsorgungsnachweis.
Das Bauvorhaben: Flachdach einer Gasreglerstation
Eine Gasreglerstation reduziert den Druck aus einer Hochdruckleitung auf das Niveau des örtlichen Verteilnetzes. Das sind kleine, freistehende Betonbauten ohne ständige Belegschaft, oft am Ortsrand oder auf freiem Feld. Der Bau in Dürnsricht steht genau so da: einstöckig, weiß verputzt, Flachdach, ringsum Wiese.
Das Dach war mit einer Kiesschüttung belegt. Der Rundkies liegt lose als Auflast auf der Abdichtung und schützt sie vor UV-Strahlung. Darunter kamen die Bitumenbahnen zum Vorschein, um die es ging. An den Rändern und an den Durchdringungen für Lüftung und Kabelführung war die Abdichtung mit Gewebeband angearbeitet, das ebenfalls belastet war.
Für die Station selbst hatte das eine Folge, die den Ablauf mitbestimmt hat: Der Rückbau fand über einer gasführenden Anlage statt. Schwere Maschinen, offene Flammen oder Trennschleifer waren damit von vornherein keine Option, unabhängig davon, dass sie bei diesen Arbeiten ohnehin ausscheiden.
Warum Bitumenbahnen asbesthaltig sein können
Asbest im Dach verbinden die meisten mit Wellplatten aus Asbestzement. Dass auch Dachbahnen betroffen sein können, ist deutlich weniger bekannt und wird auf Baustellen bis heute übersehen. Die Fasern wurden Bitumenmassen und Bitumenbahnen als Füllstoff beigemischt: Sie machen das Material reißfester, formstabiler und weniger empfindlich gegen Temperaturwechsel.
Bis zum Asbestverbot am 31. Oktober 1993 war das erlaubt. Jedes Flachdach, das davor abgedichtet oder überarbeitet wurde, ist deshalb grundsätzlich verdächtig, und zwar unabhängig davon, wie gut die Bahnen aussehen.
Woran erkennt man asbesthaltige Dachabdichtung?
An der Bahn selbst gar nicht. Bitumen ist schwarz, ob belastet oder nicht, und die Fasern sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Sicherheit bringt nur die Analyse einer Materialprobe im Labor. Wer vor 1993 gebaut hat und ein Flachdach öffnen will, sollte diese Probe vor der Ausschreibung ziehen lassen, nicht erst, wenn der Bagger steht.
Unser Vorgehen an der Gasreglerstation
1. Anzeige bei der Behörde und Unterweisung
Arbeiten dieser Art sind der zuständigen Behörde spätestens sieben Tage vor Beginn anzuzeigen. Diese Anzeige haben wir zusammen mit der Gefährdungsbeurteilung und der Arbeitsanweisung nach TRGS 519 erstellt und eingereicht. Alle eingesetzten Mitarbeiter wurden vor Ort auf das konkrete Verfahren unterwiesen.
2. Baustelleneinrichtung und Absturzsicherung
Das Flachdach hat keine Attika, die als Absturzkante taugt. Bevor jemand hinaufgestiegen ist, haben wir deshalb eine umlaufende Absturzsicherung aus Holz gestellt. Dazu kamen der Zugang über eine gesicherte Leiter, die Trennung von schwarzem und weißem Bereich und die Aufstellung der Container.
3. Kiesschüttung räumen und asbesthaltige Dachabdichtung entfernen
Zuerst musste die Kiesschüttung herunter. Danach haben wir die Bahnen abschnittsweise abgenommen, statt sie am Stück zu reißen. Gearbeitet wurde im Nassverfahren mit Faserbindemittel, alle Schnitt- und Aufnahmestellen unmittelbar am H-Klasse-Entstauber. Die angearbeiteten Randbereiche aus Gewebeband haben wir mit demselben Verfahren gelöst. Zurück blieben die blanken Betonfertigteile des Dachs.
4. Dichtschnüre und Flanschdichtungen an den Rohrleitungen
An den Rohrleitungen der Station saßen Dichtschnüre und Flanschdichtungen, wie sie früher aus Asbestgewebe hergestellt wurden. Sie galten deshalb als verdächtig und wurden nach denselben Regeln ausgebaut wie die Abdichtung: gelöst, sofort abgesaugt, sofort verpackt. Weil die Leitungen quer durch die Station laufen, war jede Dichtung ein einzelner Handgriff und kein Rückbau am Stück.
5. Verpacken, Transport und Entsorgung
Alles Ausgebaute ist noch auf dem Dach staubdicht in Big Bags gegangen und von dort direkt in den Abrollcontainer. Die Entsorgung lief als gefährlicher Abfall über eine zugelassene Annahmestelle, dokumentiert mit Entsorgungsnachweis.
Projektdaten im Überblick
Objekt: Gasreglerstation Dürnsricht, Oberpfalz. Auftraggeber: Bauunternehmen aus Regensburg. Material: Bitumen-Dachabdichtung, ca. 60 m², zuzüglich Gewebeband an den Randbereichen sowie Dichtschnüre und Flanschdichtungen an den Rohrleitungen. Regelwerk: TRGS 519. Verfahren: Nassverfahren, H-Klasse-Entstauber, staubdichte Verpackung. Ausführung: Juni 2026.
Was kostet es, eine asbesthaltige Dachabdichtung entfernen zu lassen?
Der Preis hängt an wenigen Punkten, die sich vorab klären lassen. Erstens an der Fläche, zweitens am Aufbau darüber und darunter, denn eine Kiesschüttung ist zusätzliche Handarbeit und zusätzliches Volumen. Drittens an der Erreichbarkeit des Dachs und daran, ob eine Absturzsicherung gestellt werden muss. Viertens am Beiwerk, hier den Dichtungen an den Rohrleitungen. Und fünftens an der Entsorgungsmenge, die als gefährlicher Abfall abgerechnet wird.
Wer eine asbesthaltige Dachabdichtung entfernen lassen will und dafür die Analyse der Materialprobe sowie ein Aufmaß der Dachfläche vorlegen kann, bekommt ein belastbares Festpreisangebot. Ohne Probe bleibt jede Zahl eine Schätzung, und zwar nach oben wie nach unten.
Asbest auf dem Dach? Wir arbeiten im Raum Regensburg und in der Oberpfalz
Ob Gasreglerstation, Werkhalle, Verwaltungsbau oder Wohnhaus: Wenn ein Flachdach vor 1993 abgedichtet wurde, gehört vor jeden Eingriff eine Probe. Wir übernehmen Anzeige, Rückbau und Entsorgung als eine Leistung und sind dafür in Regensburg und in der ganzen Oberpfalz unterwegs. Einen Überblick über unser Leistungsspektrum vor Ort finden Sie auf der Seite zur Asbestsanierung in Regensburg; wie wir bei Wellplatten statt Bitumen vorgehen, zeigt unser Bericht über Asbest-Dachplatten auf einem Schleppdach. Schicken Sie uns Fotos und das Baujahr, dann sagen wir Ihnen, was zu tun ist.